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Konsequenter Baustopp auf Sardinien

 Cala Liberotto 190 

Unbebauter Strand auf Sardinien

Auf Sardinien gibt es zum Glück strenge Bauvorschriften zum Erhalt von Natur und Stränden. So wurden die Küsten weitgehend vor Bettenburgen verschont, wie es sie in anderen Regionen des Mittelmeers leider häufig gibt.

 

Nur wenige Städte sind vom Tourismus geprägt, und wenn in Meeresnähe gebaut wird, dann nur in Niedrigbauweise und mit genügend Abstand zum Nachbargrundstück.

 

Illegales Bauen lohnt sich nicht

Je nach Entfernung zum Meer oder Region ist es nahezu unmöglich, ein neues Haus zu bauen. Die Grundstücke sind häufig nur zur landwirtschaftlichen Nutzung freigegeben, und ein Haus auf einem solchen Grundstück darf auch nur für die Landarbeit verwendet werden. Natürlich wird immer wieder versucht diese Vorschriften zu umgehen. Häuser werden illegal gebaut oder als Lager getarnt. Ein Lager hat aber kein gefliesten Boden, und ein Bett oder Badezimmer führen ebenfalls zu der Annahme, dass es sich hier eher um ein Wohnhaus handelt.

 

Wird der Schwindel entdeckt, zögern die Behörden nicht mit drastischen Maßnahmen. Während in Deutschland allenfalls eine saftige Strafe gezahlt wird, das Haus aber in der Regel stehen bleibt, muss auf Sardinien ein illegales Haus abgerissen werden. Wenn es der Eigentümer nicht selbst erledigt, wird das Haus auch schon einmal gesprengt oder anders zerstört, und die Ruinen bleiben gerne als Mahnmal für Nachahmer liegen.  

 

Ähnliches ist auch von Korsika bekannt, hier werden ebenfalls Häuser am Meer gesprengt oder abgebrannt, wenn ein Eigentümer gegen den Willen der Bewohner ein Haus errichtet hat. Selbstverständlich wird in allen Fällen aber peinlichst darauf geachtet, dass das Haus nicht bewohnt ist.

 

 

Villen von Prominenten sind keine Ausnahme

Angeblich soll auch eine Villa der bekannten südtiroler Journalistin Lilli Gruber im Juni 2012 beschlagnahmt worden sein. Ob auch hier baurechtliche Beschränkungen zur Erhaltung der Natur verletzt wurden ist noch fraglich, es geht unter anderem um die Erweiterung des Grundstücks um eine Terrasse und einen Bootssteg zum Meer. Die Villa ist allerdings von ihrem Vater vererbt worden, und die beanstandete Bebauung existiert vermutlich schon länger. Trotzdem zeigt das Beispiel, dass auch Prominente in der Regel nicht anders behandelt werden als andere Eigentümer.

 

 

Insel Santo Stefano wurde versteigert

Trotzdem ist Land auf Sardinien sehr begehrt und wird auch ohne Baurecht verkauft. So soll nach Medienberichten die kleine Insel Santo Stefano an einen römischen Geschäftsmann für 90.000 Euro versteigert worden sein, trotzdem es auf der Insel nur ein einziges Haus gibt, und die gesamte Insel unter Naturschutz steht. Die Insel war lange im Besitz des Militärs, der spätere Eigentümer hat dort einen Granit-Steinbruch betrieben.

 

 

Quellen: stol.it, Südtirol online, Lokal, von mk, 6.6.2012

stol.it, Südtirol online, Panorama, apa/afp, 31.5.2012

 

 

 

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